Ausbildung

Voraussetzungen

Grundsätzlich muss ein Bewerber für die Ausbildung zum Priestertum ein unverheirateter katholischer Mann sein.

Die wesentliche innere Voraussetzung ist die Bereitschaft, auf das Wort Gottes zu hören und sich seinem Ruf zu stellen.

Weitere Bedingungen für die Aufnahme ins Priesterseminar ist die notwendige körperliche, menschliche und religiöse Eignung für das Priestertum sowie die Bereitschaft zum ehelosen Leben.

Das Studium der katholischen Theologie und die Einschreibung an der Theologischen Fakultät Fulda setzen die allgemeine Hochschulreife (Abitur) voraus.

Dimensionen der Priesterausbildung

Die menschliche Reifung

Göttliche Gnade baut auf der Natur auf. Deshalb ist die Herausbildung einer reifen Persönlichkeit, die tief in der Liebe zu Christus und zu den Menschen verwurzelt ist, von großer Bedeutung. Eine gute Allgemeinbildung und Interesse an den aktuellen gesellschaftlichen Fragen gehören genauso dazu wie geistige Beweglichkeit und ein gesundes, selbständiges Urteil. Das Leben in der Seminargemeinschaft ist für diesen Bereich die beste Schule.

Das geistliche Leben

Geistliches Leben bedeutet das Leben mit Gott. Die Freundschaft mit Jesus Christus soll in der Zeit der Ausbildung wachsen. Quellen des geistlichen Lebens, die im Verlauf der Ausbildung tiefer erschlossen werden, sind das persönliche Gespräch mit Gott im regelmäßigen Gebet, die gefeierte und angebetete Eucharistie, die Betrachtung des Wortes Gottes, das Stundengebet, der regelmäßige Empfang des Sakraments der Beichte, das Gespräch mit einem geistlichen Begleiter sowie jährliche Exerzitien.

Das theologische Studium

Für die gegenwärtige Situation der Kirche, ist die theologische Kompetenz des Priesters von entscheidender Bedeutung. Deshalb dient das Studium der Philosophie und Theologie, das seit Oktober 2010 in modularisierter Form durchgeführt wird, einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Glauben und den Fragen der Menschen unserer Zeit.

Die pastorale Befähigung

Als letzter Grundpfeiler bereitet diese Dimension der Priesterausbildung auf die spätere Praxis vor. Die Hauptaufgaben sind dabei die Verkündigung des Wortes Gottes, die würdige Feier der Liturgie und der Dienst am Nächsten. Entscheidend für den späteren Dienst wird das innere Brennen sein, Menschen für Gott und seine Kirche zu gewinnen! Die Fruchtbarkeit dieses Bemühens wird sich den anderen drei Dimensionen der Priesterausbildung verdanken.

Ausbildungsweg

Im Fuldaer Priesterseminar beginnen die Studenten in der Regel im Wintersemester (1. Oktober) und empfangen nach 7 Jahren die Priesterweihe.

Theologische Ausbildung

Für das Studium der Katholischen Theologie beträgt die Regelstudienzeit 10 Semester. Das Theologiestudium besteht aus folgenden Elementen:

  • Latein und die biblischen Sprachen (Griechisch, Hebräisch)
  • Philosophie und Religionsphilosophie
  • Kirchengeschichte und Patrologie
  • Exegese des Alten und Neuen Testaments
  • Systematische Theologie (Fundamentaltheologie und Dogmatik)
  • Kirchenrecht
  • Liturgie
  • Moraltheologie und christliche Gesellschaftslehre
  • Pastoraltheologie und Homiletik
  • Religionspädagogik und Katechetik
  • Psychologie
  • Spiritualität
  • Kirchenmusikalische und rhetorische Ausbildung

Ablauf

1.-2. Jahr:

Die erste Ausbildungsphase ist geprägt vom Einstieg ins Studium und dem Erlernen der biblischen Sprachen. Für die persönliche Entwicklung sind das Leben in der Gemeinschaft, das Wachstum des geistlichen Lebens sowie eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage der Berufung zum Priestertum und zwei Gemeindepraktika prägend.

3. Jahr:

Während der „Außensemester" setzt der Seminarist sein Studium in einer anderen Stadt fort. Das Leben außerhalb eines Priesterseminars soll eine weitere Prüfung der Berufung fördern.

4.-5. Jahr:

In dieser Phase schließt der Seminarist das Theologiestudium ab. Im Priesterseminar stehen die Förderung der pastoralen Befähigung und die innere Vorbereitung der Lebensentscheidung in der Diakonen- und Priesterweihe im Mittelpunkt.

6.-7. Jahr:

Der Pastoralkurs begleitet die Phase der „Berufseinführung". Der Priesteramtskandidat lebt jetzt in einer Pfarrgemeinde, in der er zunächst als Praktikant, dann als Diakon erste Erfahrungen in der Seelsorge sammelt. Begleitend findet die theoretische Ausbildung in Kooperation mit den Priesterseminaren in Paderborn und Erfurt in Ausbildungsblöcken statt.

7. Jahr:

Der Kandidat empfängt die Priesterweihe.